In den ersten Wochen des Jahres erhalten die Unternehmen die Prämienrechnungen der Pensionskasse. Für kleine und mittelgrosse Unternehmen lohnt es sich, die Konditionen zu vergleichen und den Wechsel zu einer anderen Vorsorgeeinrichtung zu prüfen. Denn die Prämien der Anbieter sind teilweise recht unterschiedlich.
In den letzten Jahren hat sich im Bereich der beruflichen Vorsorge viel gewandelt. Durch Meldungen über Rentenklau oder die ungenügende Deckung der Vorsorgeeinrichtungen ist bei manchen Versicherten das Vertrauen in die Pensionskassen gesunken. Obwohl die Gesetze zum Schutz der Vorsorgegelder verschärft wurden, haben viele Versicherte ihren Glauben an eine sorgenfreie finanzielle Zukunft verloren. Und kaum hatten sich die meisten Vorsorgeeinrichtungen von den schlechten Börsenjahren erholt, schmälerten 2007 die Kursverluste an den Börsen die Deckung wie auch die Erträge der Versicherer erneut. Die massiven Kursverluste seit Anfang 2008 lassen befürchten, dass dieser Trend anhält.
Prämienbelastung prüfen
Jedes Unternehmen sollte sich die Zeit nehmen und die aktuelle Prämienbelastung der beruflichen Vorsorge für Inhaber sowie Mitarbeitende mit anderen Vorsorgeanbietern vergleichen. Weitere Kriterien für einen allfälligen Wechsel des Versicherers sind dessen finanzielle Sicherheit sowie der Geschäftsgang der letzten drei bis fünf Jahre im Vergleich zu anderen Anbietern. Hat sich ein KMU entschlossen, den Versicherer zu wechseln, sind einige Aspekte zu berücksichtigen:
Feste Laufzeit – stillschweigende Verlängerung
Der Anschlussvertrag mit der Vorsorgeeinrichtung hat eine feste Laufzeit. Nach Ablauf dieser Vertragsdauer kann der Vertrag auf Ende Jahr mit einer sechsmonatigen Frist aufgelöst werden. Erfolgt keine Kündigung, verlängert sich der Vertrag stillschweigend um ein weiteres Jahr.
Achtung: Der Vertrag darf keinesfalls ohne die schriftliche Zusage einer neuen Vorsorgeeinrichtung gekündigt werden: Befinden sich im Versichertenbestand Mitarbeitende, die nicht voll erwerbsfähig sind (teilinvalid), wird es schwierig, sich einer anderen Pensionskasse anzuschliessen. Das Gleiche gilt, wenn das Durchschnittsalter der Mitarbeitenden einer Unternehmung relativ hoch ist. Je älter diese sind, desto höher ist das Risiko, dass sie krank werden könnten und die Vorsorgeeinrichtung eine Invalidenrente ausrichten muss.
Genügend Vorlaufzeit einplanen
Die Überprüfung der Prämien- und Leistungsunterschiede der Vorsorgeeinrichtungen und ein allfälliger Wechsel zu einem anderen Anbieter brauchen Zeit. Zu beachten: Strebt ein Unternehmen einen Wechsel auf das Jahr 2009 an, sollte es bereits heute mit den Abklärungen beginnen. Die Thematik der beruflichen Vorsorge ist komplex. Eine unabhängige Vorsorgeberatung, welche die Vor- und Nachteile der Produkte von Vorsorgeeinrichtungen objektiv beurteilt, kann für ein Unternehmen wertvolle Entscheidungsgrundlagen ausarbeiten.

