Seit Januar 2009 sind Aktiengesellschaften, GmbH und Stiftungen nach Obligationenrecht verpflichtet, im Anhang zur Jahresrechnung Auskunft über die Durchführung einer Risikobeurteilung zu erteilen. Erste Erfahrungen von KMU sind positiv. Der Aufwand für die Risikobeurteilung ist überschaubar und die Analyseergebnisse liefern den Unternehmern wertvolle Hinweise für die langfristige Planung.
Als die Risikobeurteilung 2008 gesetzlich in Art. 663b Ziffer 12 OR festgehalten wurde, befürchteten viele KMU eine zusätzliche administrative Belastung. Diese Bedenken sind nach den ersten Erfahrungen verflogen. Dank praktischer Hilfsmittel sind die Unternehmer in der Lage, die Risiken auf effiziente Weise einzuschätzen.
Aufwand geringer als befürchtet
Die KMU können bei der internen Risikoanalyse auf konkrete Vorlagen zurückgreifen, die als Hilfestellung von den wichtigsten Verbänden entwickelt wurden. Bei den meisten Risikoanalysen dient ein Fragenkatalog als Basis, um die verschiedenen Risikoarten zu beurteilen. Diese Vorgehensweise ist sehr effizient und hat sich in der Praxis vor allem für KMU bewährt. Für gewerbliche Fabrikations-, Handwerks-, Handels- und Dienstleistungsbetriebe liegt der Aufwand für eine externe Begleitung bei wenigen Stunden. Die Risikobeurteilung muss in den Folgejahren lediglich nachgeführt und falls nötig ergänzt werden.
Warum sich eine Risikobeurteilung für KMU auszahlt
Die meisten KMU verlieren ihre anfängliche Skepsis gegenüber der neuen Auflage bereits nach den ersten Fragen und überzeugen sich vom nachhaltigen Nutzen der Risikobeurteilung. Erste Erfahrungen haben gezeigt, dass sich in vielen Unternehmen Risiken erkennen lassen, die dem Unternehmer vorher nicht bekannt waren. Kommt hinzu, dass die Hauptrisiken selten nach ihrer Tragweite und Wahrscheinlichkeit bewertet werden. Mit welchen finanziellen, personellen, organisatorischen oder marktgerichteten Konsequenzen muss gerechnet werden, wenn eines dieser Szenarien wirklich eintritt? Um die Wahrscheinlichkeit einzuschätzen, mit der ein für das Unternehmen negatives Ereignis eintritt, sowie um dessen Tragweite zu beurteilen, braucht es klare Parameter. Diese fehlen in KMU häufig. Die Folgen sind beispielsweise ein Technologierückstand, Kundenabgänge oder ein Imageverlust, der sich nicht beziffern lässt. Hier setzt die Risikobeurteilung an. Ein aussagekräftiger Gesamtüberblick über die Risiken bildet die Grundlage für Notszenarien in einem Krisenfall.
Wie werden Risiken effizient beurteilt?
Eine Bewertungsmatrix erleichtert die Risikobeurteilung und verschafft Übersicht. Damit lassen sich die Wahrscheinlichkeit und die Tragweite der Risiken eines KMU transparent darstellen. Die Wertung unterstützt den Unternehmer dabei, wirkungsvolle Massnahmen gegen die einschneidenden Krisenszenarien zu treffen. Aussenstehende, wie beispielsweise Kreditgeber, Kaufinteressenten bei einer Nachfolgeregelung oder auch Kunden, kann der Unternehmer dadurch anhand harter Fakten informieren.
Aus der Risikobeurteilung Nutzen ziehen
Die Parameter der Risikobeurteilung werden auf die individuellen betrieblichen Verhältnisse abgestimmt. Dadurch kann das Unternehmen die möglichen Risiken auch als Frankenbetrag einschätzen und notwendige Massnahmen priorisieren. Die Bewertungsmatrix und die Definition der Tragweite liefern dem Unternehmen Hinweise über das potenzielle Schadenausmass der erkannten Risiken. Die Risikoanalyse ist das ideale Instrument für den Unternehmer, um bekannte und neu ermittelte Risiken zu reduzieren oder gar zu beseitigen. Für die konkrete Umsetzung ist ein Massnahmenkatalog mit Verantwortlichkeiten sowie Erledigungsterminen unerlässlich. Entschliesst sich ein KMU zu diesem Schritt, minimiert es seine Anfälligkeit für Risiken wie beispielsweise Brände oder Überschwemmungen. Durch dieses zukunftsgerichtete Handeln lassen sich schwerwiegende Folgen auf ein erträgliches Mass beschränken. Wir kennen die Anforderungen an eine Risikobeurteilung und beraten Ihr Unternehmen bei der Umsetzung.

